Holger Stihl aus Stuttgart. In Ihrer Zeitung lese ich immer wieder von erfüllten und übererfüllten Plänen. Aber 'seit Monaten laufe ich mir hier im süddeutschen Raum die Hacken ab, um einen neuen Auspuff für meinen" Wartburg" zu bekommen. Könnte man die Übererfüllung im nächsten halben Jahr nicht Mal auf den Sektor Autoersatzteile lenken? Es antwortet Dr. Jürgen Neumann, Hauptabteilungsleiter im Ministerium für Allgemeinen Maschinen- und Fahrzeugbau: Mal abgesehen davon, dass uns der Ton Ihrer Frage nicht gefällt, weil darin ein Unterton von Zweifel oder gar Zynismus mitschwingt, müssen wir erst mal ein grundlegendes Missverständnis ausräumen. Erfüllte Pläne bedeuten nicht, dass alles zu jeder Zeit zu haben ist. Unsere staatliche Planung strebt die immer bessere Befriedigung der Bedürfnisse der werktätigen Bevölkerung an, und das kann nur schrittweise erfolgen. Die angespannte Situation bei Kfz-Ersatzteilen ist uns seit über vierzig Jahren bekannt. Die Erwartung, man könne hier Abhilfe schaffen, indem man kurzfristig die Initiativen der Werktätigen 'auf, die Auspuff-Produktion konzentriert, ist freilich -entschuldigen Sie, Herr Stihl! - eine volkswirtschaftliche Klein-Mäxchen-Vorstellung. Unser Ziel ist vielmehr, dass jeder an seinem Arbeitsplatz im sozialistischen Wettbewerb sein Bestes gibt, was wir auch von Ihnen, Herr Stihl, hoffen.